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Vom Ei bis zum fliegenden Edelstein

 

Larve: Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea)

Larve der Blaugrünen Mosaikjungfer
(Aeshna cynea).

Je nach Art gibt es unterschiedliche Methoden der Eiablage. Die einen legen ihre Eier an Pflanzen unter oder über der Wasseroberfläche ab, andere stechen mit ihrem Legebohrer die Rinde auf um dort ihre Eier abzulegen, manche tauchen im Flug den Hinterleib ins Wasser und legen die Eier im Schlamm ab, und wieder andere werfen ihre Eier über dem Wasser oder auch direkt am Ufer über Land ab. Schlüpfen die winzigen Larven aus dem Ei, sind sie entweder schon im Wasser oder sie fallen direkt hinein, manche müssen jedoch noch einen beschwerlichen Weg in Kauf nehmen um ins Wasser zu gelangen.

Nach dem Schlüpfen wächst die Larve im Wasser heran. Als räuberischer Fleischfresser lebt sie je nach Art 1 - 5 Jahre im Wasser. Während dieser Zeit häutet sie sich mehrmals, bis sie aus dem Wasser kriecht um zum letzten Mal ihre Haut abzulegen.

frisch geschlüpfter Vierfleck (Libellula quadrimaculata)

Frisch geschlüpfter Vierfleck
(Libellula quadrimaculata).

Der Schlüpfvorgang kann von ca. 10 Minuten bis zu einigen Stunden dauern. Während dieser Zeit, entfaltet sich die Libelle, der Körper dehnt sich, die Flügel härten aus, nur die volle Ausfärbung lässt noch auf sich warten, so dass man frisch geschlüpfte Tiere gut von den älteren unterscheiden kann.

Während der Schlüpfzeit sind sie sehr gefährdet und werden nicht selten Opfer von Vögeln, Eidechsen, ja sogar von Spinnen, Schnecken und Ameisen. Aber auch Mensch und Hund nahe am Ufer können durch Unachtsamkeit zur Gefahr werden. Sobald das geschlüpfte Tier flugbereit ist, startet es zum Jungfernflug und lässt das Häutchen (Exuvie) zurück.

Paarungsrad: Blutrote Heidelibelle (Sympetrum sanguineum)

Das Paarungsrad der Blutroten Heidelibelle
(Sympetrum sanguineum).

Bei guten Bedingungen und etwas Glück kann die Libelle bis zu ca. 6/8 Wochen alt werden. Als Nahrung dienen den Libellen in der Regel Kleininsekten, die sie im Fluge erbeuten und oft auch in der Luft fressen. Nach dem Jungfernflug benötigen Libellen einige Tage bis zur Geschlechtsreife, dann kehren sie wieder zu ihrem Gewässer zurück um sich dort fortzupflanzen. Die Männchen vieler Arten suchen sich Reviere, in denen sie sich absetzen, oder dort patroullieren. Rivalen werden vertrieben und Weibchen abgefangen, um sich mit ihnen zu verpaaren, sie bilden dabei das so genannte Paarungsrad. Die Paarung kann von ein paar Sekunden bis zu einigen Minuten dauern. Einige Libellenarten bleiben dabei in der Luft, andere setzten sich an Pflanzen oder am Boden ab. In der Regel erfolgt nach der Paarung die Eiablage. Meist wird das Weibchen dabei vom Männchen bewacht. Auch hier gibt es artspezifische Verhaltensweisen: entweder bleibt das Männchen angekoppelt, oder es steht im Schwirrflug über dem Weibchen, oder aber es setzt sich in der Nähe ab um etwaige Rivalen verscheuchen zu können. Da es aber auch Weibchen gibt, die ganz im Wasser abtauchen um dort Eier abzulegen, warten deren Männchen in der Nähe um sich dann, wenn sie wieder an die Wasseroberfläche kommen, anzukoppeln und es aus dem Wasser zu ziehen. Natürlich gibt es auch Weibchen, die ihre Eier allein ablegen, meist geschieht das dort, wo kaum Männchen fliegen, z. Bsp. an schattigen Uferbereichen oder am Spätnachmittag/Abend.

 

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